Ratgeber · Badumbau im Bestand

Badewanne durch bodengleiche Dusche ersetzen: Was im Bestand geprüft werden muss

Eine alte Badewanne auszubauen schafft noch keine bodengleiche Dusche. Entscheidend sind der vorhandene Bodenaufbau, der Weg bis zur Abwasserleitung, ein abgestimmtes Abdichtungssystem und die spätere Wasserführung. Diese Prüfung zeigt, welche Lösung im bestehenden Bad belastbar geplant und offeriert werden kann.
6 Min. LesezeitVon Redaktion Smart Bau Group
Helles Badezimmer mit offener Dusche, Waschtisch und beleuchteter Wandnische
Thematische Aufnahme aus dem freigegebenen SBG Projektalbum. Die offene Dusche veranschaulicht den Planungsgegenstand; das Bild wird keinem konkreten Auftrag, Ort oder Ausführungsbetrieb zugeordnet.
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Das Ziel präzise beschreiben

«Badewanne raus, Dusche rein» kann sehr unterschiedliche Lösungen meinen. Eine Duschfläche kann ohne sichtbare Schwelle an den übrigen Boden anschliessen, mit einer kleinen Aufkantung ausgeführt werden oder als flaches Duschelement auf dem bestehenden Aufbau liegen. Auch eine offene Walk-in-Scheibe und eine vollständig schliessende Kabine stellen andere Anforderungen an Platz und Wasserführung.

Vor dem Aufmass sollte deshalb feststehen, was erreicht werden soll: leichterer Einstieg, mehr Bewegungsraum, einfachere Reinigung oder eine ausdrücklich hindernisfreie Nutzung. Diese Ziele sind nicht automatisch gleichbedeutend. Sie bestimmen, welche Kompromisse bei Gefälle, Glas, Armaturen, Bewegungsflächen und verbleibender Raumhöhe überhaupt akzeptabel sind.

02

Den Bodenaufbau und die Entwässerung aufnehmen

Die entscheidende Höhe liegt oft unter den sichtbaren Platten. Für eine bodengleiche Lösung müssen Ablaufkörper, Anschlussleitung, notwendiges Gefälle, Untergrund, Abdichtung und Belag innerhalb des verfügbaren Aufbaus zusammenpassen. Die bisherige Wanne verdeckt diese Situation. Darum lässt sich die Machbarkeit anhand eines Raumfotos oder der Wannenhöhe allein nicht zuverlässig beurteilen.

Zur Bestandsaufnahme gehören die Lage der Fallleitung, der Leitungsweg, die Deckenkonstruktion und mögliche Installationen im Boden. Hilfreich sind vorhandene Pläne sowie der Zugang von einem darunterliegenden Raum. Verläuft die Abwasserleitung ungünstig, werden Varianten verglichen: ein anderer Ablaufpunkt, ein angepasster Duschbereich oder eine niedrige, bewusst sichtbare Schwelle. Erst nach dieser Prüfung sollte eine bestimmte Rinne oder Duschfläche bestellt werden.

Drei Ebenen der Machbarkeitsprüfung

Vorhanden
Pläne, sichtbare Anschlüsse, Raum- und Türmasse sowie die Lage zugänglicher Leitungsbereiche aufnehmen.
Noch offen
Verdeckten Bodenaufbau, Leitungsweg und Deckenkonstruktion nicht aus Fotos oder Annahmen ableiten.
Entscheid
Duschfläche, Ablauf und allfällige Schwelle erst nach der Bestandsprüfung verbindlich festlegen.
03

Vor dem Rückbau ältere Materialien abklären

Beim Ausbau einer Badewanne werden häufig alte Platten, Kleber, Putze oder Bodenaufbauten geöffnet. Die Suva weist darauf hin, dass vor 1990 erstellte Gebäude vor Umbau-, Reparatur- und Rückbauarbeiten auf Asbest zu prüfen sind. Gerade Plättlikleber, Putze und Bodenbeläge gehören zu den Materialien, in denen Asbest vorkommen kann.

Die Abklärung gehört vor den Rückbau und nicht erst nach einem auffälligen Fund auf der geöffneten Baustelle. Ein positiver Befund verändert Arbeitsverfahren, Schutzbereich, Entsorgung und Terminfolge. Arbeiten an asbesthaltigem Material werden von dafür qualifizierten Fachleuten beurteilt und ausgeführt. Eine seriöse Offerte hält fest, ob die Schadstoffabklärung bereits vorliegt oder als Voraussetzung noch offen ist.

04

Ablauf, Gefälle und Duschfläche als Einheit planen

Das Wasser muss von jeder relevanten Stelle sicher zum Ablauf gelangen. Dafür werden Lage und Form der Duschfläche, Ablaufleistung, Gefällerichtung und Plattenformat gemeinsam geplant. Ein langer Linienablauf kann ein ruhiges Verlegebild ermöglichen, benötigt aber ebenso einen passenden Anschluss und eine sauber vorbereitete Fläche. Ein Punktablauf verändert Gefälleflächen und Fugenbild.

Auch die Grenze zum übrigen Bad ist Teil dieser Planung. Wasser darf nicht in den Türbereich oder unter Möbel geführt werden. Gleichzeitig sollen keine unnötigen Stolperkanten entstehen. Bei einer offenen Dusche beeinflussen Strahlrichtung, Duschkopf, Scheibenlänge und tatsächliche Bewegungen das Spritzwasser. Die Lösung wird deshalb im Grundriss und im Schnitt geprüft, nicht nur in einer Perspektivansicht.

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Die Abdichtung bis ins Anschlussdetail festlegen

Unter Platten und Fugen braucht der Nassbereich einen abgestimmten Abdichtungsaufbau. Untergrundvorbereitung, Flächenabdichtung, Ecken, Rohrdurchführungen und der Anschluss an Ablauf oder Rinne müssen zueinander passen. Einzelne Produkte verschiedener Systeme sollten nicht ohne dokumentierte Verträglichkeit kombiniert werden.

Besonders kritisch sind Übergänge: neu zu bestehend, Boden zu Wand, Duschfläche zu Ablauf sowie Befestigungen für Glas und Armaturen. Vor dem Schliessen sollte geklärt sein, wie diese Stellen ausgeführt und kontrolliert werden. Eine nachvollziehbare Offerte nennt deshalb nicht nur «Abdichtung», sondern beschreibt betroffene Flächen, Systemaufbau, Anschlussdetails und die vorgesehenen Prüf- beziehungsweise Dokumentationsschritte.

Beleuchtete Wandnische in einer Dusche mit grauen Grossformatplatten
Aufnahme aus dem freigegebenen SBG Projektalbum. Sichtbar sind eine beleuchtete Wandnische, graue Grossformatplatten und ein schwarzes Profil; die Aufnahme wird keinem konkreten Auftrag zugeordnet.
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Bodengleich und hindernisfrei nicht verwechseln

Eine schwellenlose Duschkante erleichtert den Einstieg, macht ein Bad aber noch nicht automatisch hindernisfrei. Bewegungsflächen, Türbreite, Bedienbarkeit, Haltemöglichkeiten und die Anordnung von WC und Waschtisch gehören ebenfalls dazu. Wenn Hindernisfreiheit gefordert oder vertraglich vereinbart ist, muss die Planung die anwendbaren Vorgaben ausdrücklich prüfen.

Die Schweizer Fachstelle Hindernisfreie Architektur betont unter anderem stufenlose Lösungen, ausreichend breite Durchgänge und genügend Bewegungsflächen. Welche Vorgaben im konkreten Umbau gelten, wird durch Planung und zuständige Stellen eingeordnet. Für ein privates bestehendes Bad kann auch eine barrierearme Verbesserung ohne vollständigen Normnachweis sinnvoll sein. Wichtig ist eine ehrliche Bezeichnung: Welche Nutzung wird tatsächlich erleichtert, welche Einschränkung bleibt und wo könnte später ein Haltegriff oder Sitz ergänzt werden?

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Glas, Armaturen und Nutzung im realen Grundriss prüfen

Die neue Dusche beansprucht oft ungefähr die Fläche der bisherigen Wanne, wird aber anders genutzt. Eine feste Glasscheibe benötigt eine sichere Befestigung und darf weder Durchgang noch Möbel blockieren. Bei einer Tür müssen Öffnungsrichtung, Dichtungen und der Platz zum Abtrocknen berücksichtigt werden. Handtuch, Ablage und Armaturen sollen erreichbar sein, ohne dass man dafür durch den nassen Bereich zurückgehen muss.

Unterputzarmaturen und Nischen greifen in Wandaufbau, Leitungen und Abdichtung ein. Vorwand, bestehende Installationen und allfällige Aussenwände begrenzen die mögliche Tiefe. Darum werden Produkte mit verbindlichen Einbaumassen bemustert. Eine späte Änderung von Armatur, Rinne oder Glas kann bereits vorbereitete Anschlüsse unbrauchbar machen.

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Rutschrisiko, Licht und spätere Reinigung mitplanen

Die BFU nennt rutschige Böden und schlechte Beleuchtung als Faktoren für Stürze zu Hause. Für den Duschbereich werden deshalb geeignete, für die vorgesehene Nassnutzung dokumentierte Oberflächen gewählt. Das betrifft nicht nur die grosse Duschfläche, sondern auch den Übergang zum übrigen Bad. Kleine Mosaike können dem Gefälle folgen, grossformatige Platten verlangen eine entsprechend geplante Aufteilung.

Gutes Licht hilft, Kanten, Armaturen und nasse Flächen zu erkennen. Reinigungsfreundlichkeit hängt wiederum von erreichbaren Ecken, Glasabständen, Fugen und Ablaufzugang ab. Der Geruchsverschluss und entnehmbare Teile müssen für die übliche Pflege zugänglich bleiben. Diese Punkte lassen sich vor der Bestellung anhand von Produktunterlagen und Grundriss prüfen.

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Checkliste für eine vergleichbare Offerte

Eine belastbare Offerte trennt bestätigte Grundlagen von Annahmen. Für einen Badumbau im Aargau oder im Raum Zürich sollte deshalb vor Preisfreigabe klar sein, welche Bestandsöffnungen und Abklärungen erfolgt sind und welche erst nach dem Rückbau möglich werden. Die folgende Liste hilft, Leistungsbeschreibungen inhaltlich statt nur nach Endbetrag zu vergleichen.

Prüfliste
  • Ziel definieren: bodengleich, barrierearm oder nachgewiesen hindernisfrei
  • Bodenaufbau, Deckenkonstruktion, Ablaufpunkt und Leitungsweg aufnehmen
  • Bei Gebäuden vor 1990 die notwendige Schadstoffabklärung vor Rückbau klären
  • Duschfläche, Gefälle, Ablauf und Plattenformat gemeinsam festlegen
  • Abdichtungssystem und Anschlüsse an Wand, Durchdringungen und Ablauf beschreiben
  • Spritzwasser, Glasbefestigung, Türbewegung und Bewegungsflächen im Grundriss prüfen
  • Produkte mit Artikelnummer, Einbaumass und Lieferstatus freigeben
  • Prüfung, Fotodokumentation, Teilabnahme und spätere Zugänglichkeit vereinbaren

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